Alles über Oolong Tee



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Oolong Tee – Geschichte


bowls with leaf green oolong tea and strawberriesDer aromatische Oolong Tee kommt ursprünglich aus China und ist weder ein Grüntee noch ein Schwarz­tee. Wir sprechen daher von einem halbfermen­tierten Tee. „Oolong“ bedeutet übersetzt „schwarzer Drache“ oder auch „schwarze Schlange„. Die Zeit der Oxidation liegt zwischen der des Grünen und des Schwarzen Tees. Für den Oolong werden nur bereits etwas ältere Blätter der Teesträucher verwendet. Diese sind nicht nur bereits relativ dunkel in der Färbung, sie besitzen auch eine lange, schmale Form. Im Laufe des Herstellungsprozesses des Tees, wirkt die Farbe schließlich nicht nur dunkelgrün, sondern richtig schwarz. Da die Blätter am Stück bleiben und gerollt werden, erinnert der fertige Oolong tatsächlich an schwarze Schlangen. Das Aussehen des Tees liefert somit eine plausible und schlüssige Erklärung für den Namen „Oolong“. Aber eben nicht die einzige.

In der Liste der Top Ten der besten und auch bekanntesten Tees aus China, tauchen regelmäßig zwei Oolongs auf: der Tie Guanyin und der Yancha, auch Felsentee genannt. Beide stammen aus der Provinz Fujian, die in Teekenner-Kreisen durchaus auch für andere qualitativ hochwertige Tees bekannt ist. Dies ist nicht weiter verwunderlich, das Fujian auch die ursprüngliche Heimat des Oolong ist.

Doch mittlerweile liefern nicht nur andere Provinzen, sondern auch andere Staaten Oolong in beachtlicher Qualität an die ganze Welt. Vor allem Japan und Taiwan stehen inzwischen ganz oben auf der Liste der Oolong produzierenden Länder. Es gibt aber auch gute Tees dieser Art aus Thailand, Vietnam und für viele vielleicht überraschend, aus Afrika.

Neben den beiden Vertretern aus der chinesischen Top Ten-Liste sollten an dieser Stelle aber auch unbedingt Sorten wie Wu Yi Tee Da Hong Pao, Song Zhong Dan Cong, Shui Xian, Fo Shou und Tie Guan Yin genannt werden. Zugegeben, für Menschen unseres Kulturkreises alles recht komplizierte Namen. Doch es gibt kleine Hilfestellungen. Je nachdem, wie streng sich bei der Herstellung des Tees an das ursprüngliche Verfahren gehalten wurde und wie hochwertig das Endprodukt ist, gibt es gewisse „Namenszusätze„. „Wang“ beispielsweise bedeutet übersetzt „König“ und dieser „Titel“ wird selbstverständlich nur den Besten verliehen. Des Weiteren gibt es auch einige Oolong-Sorten, die mit Jasmin- oder Rosenblüten aromatisiert werden.

Grundsätzlich werden vier verschiedene Typen des Oolong Tee unterschieden. Die erste Gruppe, namens „Pouchong“ schmeckt angenehm fruchtig, gerne auch bittersüß und ist zu etwa 12% anfermentiert. Zhen Cha Oolong dagegen fermentiert weit mehr, bis zu 30%. Dadurch wird der Geschmack wesentlich intensiver und damit auch fruchtiger. So Cha Oolong verdankt sein ebenso süßes, aber auch rauchiges Aroma einer Fermentationsrate von maximal 50%. Die vierte und letzte Kategorie entspricht auf dem ersten Blick dem Zhen Cha Oolong. Allerdings stammt der Kao Shan Cha Oolong ausschließlich aus dem Hochgebirge. Sein Aroma ist sehr zart und fein-herb, in der Tasse hat er eine wunderbare goldgrüne Farbe.

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Sobald man sich mit dieser Teeart befasst merkt man also relativ schnell, dass es sich dabei nicht nur um eine Handvoll weiterer Tees handelt, sondern vielmehr um eine eigene kleine Teewelt mit einer atemberaubenden Anzahl an verschiedenen Tees mit den überraschendsten Nuancen und den feinsten Aromen.

Einer Legende nach, war die Entstehung des Oolong ein reiner Zufall. Ein Arbeiter auf einer Teeplantage soll gerade dabei gewesen sein, die frisch geernteten Blätter zum Trocknen auszulegen. Während seiner Arbeit sah er plötzlich eine schwarze Schlange zwischen dem Tee. Er erschrak und lief davon, aus Angst, es könnte eine giftige Schlange mit tödlichem Biss sein. Die Teeblätter waren aber noch nicht ordentlich ausgebreitet. Dort, wo sie aufeinander lagen, entstand in der Sonne ein feuchtwarmes Milieu, bis dahin eigentlich eine absolute Katastrophe für jeden Teebauern.

Als der Arbeiter nach einigen Tagen zu seiner Ernte zurückkehrte, hatte er ein schlechtes Gewissen. Aus Angst vor einer Schlange hatte er seinen Tee im Stich und tagelang scheinbar verderben lassen. Er versuchte zu retten, was noch zu retten war. Um sich einen guten Überblick über das Ausmaß der Misere machen zu können, bereitet er erst einmal eine Tasse aus den Teeblättern zu. Er wollte testen, wie schlimm der Geschmack war und ob er eventuell besseren Tee mit Teilen der verdorbenen Produktion verschneiden konnte, ohne dass dies auffiel und seine Kunden verärgerte. Zu seiner großen Überraschung stellte der Teebauer jedoch fest, dass der Tee keineswegs schlecht war, im Gegenteil. Er hatte einen angenehm würzig-brotigen Geschmack.

So wurde der Oolong schon bald ganz bewusst hergestellt, das Produktionsverfahren verfeinert und schnell gab es neue, hochwertige Teesorten, die sich bis heute steigender Beliebtheit erfreuen und längst aus unseren Teeregalen nicht mehr wegzudenken sind. Egal, welche Version der Namensgebung nun die richtige ist. Mehr noch sogar, der Oolong wurde schnell fester Bestandteil der chinesischen Teezeremonie und ist auch heute noch, nicht mehr davon wegzudenken. Es werden immer drei Aufgüsse von einem Oolong gemacht und jeder einzelne hat eine bestimmte Bedeutung. Der erste Aufguss ergibt den „Tee des guten Geruchs„, der zweite den „Tee des guten Geschmacks“ und der dritte schließlich wird „Tee der langen Freundschaft“ genannt.

Und auch heute noch Welken die Teeblätter für den Oolong erst einmal für einige Zeit in der Sonne. Anschließend oxidieren sie und werden in dieser Zeit immer wieder bewegt und bewusst aneinander gerieben. Dabei tritt etwas Pflanzensaft aus, der dann mit dem Sauerstoff der Luft reagiert. Um diesen Vorgang wieder zu stoppen, werden die Blätter kurz, aber kräftig etwa in einer Pfanne erhitzt. Je nach Oxidationsdauer ähnelt der Oolong geschmacklich mehr einem Grünen oder einem Schwarzen Tee, verliert dabei jedoch nie auch seine ganz charakteristische Note.

Wirkung: Hält der Oolong Tee was er verspricht?

oolong green tea in wood bowl on oak tableGrünem Tee wird ja immer wieder gerne nachgesagt, dass er beim Abnehmen helfen kann. Inzwischen ist dies sogar durch einige wissenschaftliche Studien unabhängig und eindeutig bewiesen. Doch auch der Oolong Tee besitzt den Ruf, er könne bei der Gewichts­regulierung unterstützend wirken. Sicher eine verkaufs­fördernde These, die sich jedoch tatsächlich belegen lässt. Oolong enthält nämlich hohe Konzen­trationen an sogenannten PolyphenolenDiese Stoffgruppe ist in der Lage, Fett im Laufe der Verdauung zu binden. Statt vom Körper aufgenommen, wird es nun mit dem Stuhl wieder ausgeschieden. Die Gewohnheit in China Oolong vor allem zu recht fetten Speisen zu ser­vieren, hat also durchaus seine Berechtigung. So lässt es sich ganz ohne schlechtes Gewissen schlemmen, denn nur ein Teil der Fette schlägt am Ende auf dem Kalorien­konto zu Buche. Quasi als Bonus­leistungen verhindern Polyphenole die gefürchtete Ablagerung von Fetten in den Gefäßen und wirkt entzündungshemmend. So reduzieren sie also auch das individuelle Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Und gerade das ist eine große Gruppe an ernsthaften Erkrankungen, die in den Industriestaaten häufig die Liste der Todesursachen anführt. Der regelmäßige Genuss von Oolong könnte daran möglicher Weise etwas ändern.

Selbstverständlich fehlen in einer Tasse Oolong auch nicht die vielgelobten sekundären Pflanzenstoffe, wie etwa die Antioxidantien. Sie fangen freie Radikale ab und können so wirksam dazu beitragen, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Auch das Immunsystem wird gestärkt. Und es gibt sogar Belege dafür, dass durch Oolong Plaques reduziert und somit die Mundhygiene verbessert wird.

Abgesehen vom guten Geschmack und Genuss gibt es also jede Menge weitere Gründe, die für den Oolong sprechen. Die Vorzüge von Grünem Tee sind zwar viel bekannter, es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis sich auch die positiven Eigenschaften des Oolongs verbreiten. 

 

Oolong Tee – Teezubereitung

Für die Herstellung des Oolong werden bereits etwas ältere Blätter der Teesträucher verwendet. Diese sind bereits relativ dunkel in der Färbung und besitzen eine lange, schmale Form. Im Laufe des Herstellungsprozesses des Tees, wirkt die Farbe schließlich nicht nur dunkelgrün, sondern richtig schwarz. Die Blätter bleiben am Stück und werde gerollt. Aus diesem Grund heißt der Tee Oolong, da das Aussehen des Tee an schwarze Schlangen erinnert.

Asian tea ceremony on the wooden tableInteressant bei Oolong Tee ist, dass er mehrmals aufgegossen werden kann, ohne dabei an Bekömmlichkeit oder Aroma zu verlieren. Die Teeblätter des Oolong können länger ziehen als die des Schwarzen oder Grünen Tees, die bei zu langem ziehen einen bitteren Geschmack annehmen. Die Ziehzeit von Oolong Tees richtet sich nach dem Aufguss. Beim ersten Tee Aufguss können die Teeblätter 1-4 Min ziehen, beim zweiten Aufguss etwas länger. Der dritte Aufguss kann 7 Minuten ziehen. Die Kenner unter den Tee­trinkern trinken den ersten Aufguss am Morgen und die weiteren im Laufe des Tages. Dadurch wird der Koffeingehalt des Tees immer schwächer und behindert das Schlafen nicht. Falls man sich aber am Nachmittag trotzdem eine Tasse Oolong Tee gönnen möchte, lässt man ihn 3 Minuten ziehen, dadurch wird der Koffeingehalt reduziert. Um jedoch das Potential des Oolong Tee voll ausschöpfen zu können, empfiehlt sich die spezielle Ausrüstung der traditionellen chinesischen Teezeremonie. Hierzu füllt man zur Hälfte die Yixing-Tonkanne mit Oolong Blättern und füllt die Kanne mit kochend heißem Wasser. Je nach Ziehdauer entfaltet der Oolong verschiedene Aroma. Diese Art der Zubereitung kann bis zu sieben Mal wiederholt werden.

 

Fazit: Ist der Oolong Tee wirklich etwas Besonderes?

Sicher gibt es schon allein gesundheitlich gesehen mehr als genügend Gründe, sich regelmäßig einen Oolong zu gönnen. Doch hier muss sich wirklich niemand überwinden, ein grauenhaftes Gebräu nur den Blutfettwerten zu Liebe, hinunter zu würgen. Ganz im Gegenteil. Mit ein bisschen Experimentierfreude und dem Mut Neues auszuprobieren, findet sicher jeder ganz schnell seinen Lieblings-Oolong und kann ab sofort bei vollem Genuss und Freude ganz entspannt etwas für seine Gesundheit tun. Und das schon fast nebenbei. Für viele ist es nur allzu oft, dass Mutter Natur gerade das besonders lecker gemacht hat, was uns leider Gottes nicht wirklich gut tut. Im Falle des Oolong hat sie ganz eindeutig eine Ausnahme gemacht.